Was ist Neurofeedback?

    Grundlegendes Prinzip von Neurofeedback

    Neurofeedback ist die Fachbezeichnung für das Biofeedback der Gehirnaktivität. Neurofeedback macht Aktivitätsmuster des Gehirns sichtbar. Biofeedback ist ein technisches Verfahren, mit dem biologische Vorgänge beobachtbar gemacht werden, die man sonst nicht sehen könnte. Für Neurofeedback werden Elektroenzephalogramme (EEG) verwendet. Diese messen die Hirnaktivität und leiten die Hirnströme ab. Auf einem Monitor erhält der Patient bzw. Anwender des Trainings Rückmeldungen (Feedback) zu seinen Hirnwellen. Beim Neurofeedback-Training werden die Gehirnwellen durch ein Elektroenzephalogramm (EEG) kontinuierlich gemessen.

    Neurofeedback-Training ist Aufmerksamkeitstraining und Selbststeuerungstraining für das Gehirn. Auf diesen einfachen Nenner kann man das Neurofeedback-Verfahren bringen. Erfahren Sie hier, wie Neurofeedback wirkt und welche positiven Überraschungen Klienten erleben können: auch Sie, wenn Sie sich für einen Termin in meiner Praxis interessieren.

    Das Neurofeedback-Verfahren ist wissenschaftlich anerkannt.

    Neurofeedback Schopfheim

    Das Zusammenspiel vieler aktiver Nervenzellen bewirkt elektrische Potentialschwankungen, die durch ein EEG abgeleitet werden können

    Die Klienten beobachten auf einem Monitor, was gerade im Gehirn passiert

    Wie funktioniert Neurofeedbacktraining? Wie kann man die eigene Gehirnaktivität auf einem Bildschirm sehen?

    • Wenn das Gehirn arbeitet – und das macht es auch im Schlaf, kommt es zu Unterschieden der elektrischen Spannung im Gehirn. Diese Spannungsschwankungen können mit einem EEG gemessen werden.
    • Das Neurofeedback kann in Form eines Theta-Beta-Trainings und eines Trainings der langsamen kortikalen Potentiale (slow cortical potentials, SCPs) erfolgen.
    • Thetawellen sind Gehirnwellen im niederfrequenten Bereich; sie zeigen Unaufmerksamkeit an
    • Betawellen – also Beta-Aktivitäten zeigen eine konzentrierte (fokussierte) Aufmerksamkeit an. Beim Theta-Beta-Training lernen die Probanden, Beta-Aktivität zu verstärken und Thetawellen herunterzufahren – bewusst. Damit wird andauernde Aufmerksamkeit trainiert.
    Prinzip Neurofeedback Infografik

    Prinzip Neurofeedback Infografik

    Ablauf und Ziele des Neurofeedbacktrainings

    Beim Neurofeedbacktraining wird die Gehirnaktivität durch ein EEG abgeleitet und in Form von typischen Wellen- und Frequenzmustern erfasst. Dies geschieht non-invasiv, d. h. alle Messungen erfolgen von außen. Ohne Nebenwirkungen.

    • Um die Gehirnaktivität ableiten zu können, werden Sensoren (Elektroden) auf der Kopfhaut angebracht. Dies ist auch im Bild weiter oben auf dieser Seite dargestellt.
    • Das Anbringen der Elektroden auf der Hautoberfläche ist schmerzfrei.
    • Um einen Kontakt zwischen der Kopfhaut und der Elektrode herzustellen, werden diese mit einem einfach abwaschbaren und auch auskämmbaren Gel befüllt.
    • Über die Elektroden wird die elektrische Aktivität der oberflächennahen Bereiche des Gehirns gemessen.
    • Das Vorgehen ist frei von Nebenwirkungen.
    • Die gemessenen Daten werden an einen Computer gesendet, der sie auswertet und die relevanten Informationen zurückmeldet.
    • Hierbei wird die normalerweise nicht wahrnehmbare Gehirnaktivität sichtbar gemacht.
    Neurofeedback – Objekte auf dem Bildschirm durch Konzentration bewegen

    Neurofeedback – Objekte auf dem Bildschirm durch Konzentration bewegen

    Das Neurofeedback-Training – ausführliche Beschreibung

    Neurofeedback wurde aus dem Verfahren Biofeedback entwickelt. Auf einem Computerbildschirm werden EEG-Wellen (Gehirnstromkurven) dargestellt. Das Besondere an diesem Verfahren ist die unmittelbare Rückmeldung an den Probanden. Die am Kopf über Elektroden gemessenen Gehirnwellen werden in Echtzeit auf dem Monitor dargestellt: ein Gehirn-Monitoring im wahrsten Sinne des Wortes. Der Nutzen für den Probanden ist, dass er – vereinfacht ausgedrückt – sehen kann, was sich gerade in bestimmten Regionen seines Gehirns abspielt. Und nicht nur das.

    Durch die Fokussierung von Aufmerksamkeit lassen sich Abläufe im Gehirn auch sichtbar und messbar verändern. Für Menschen mit der Diagnose ADS/ADHS , die sich ihrer vermeintlich schicksalhaften Zappeligkeit und Unkonzentriertheit regelrecht ausgeliefert sehen, ist die erste Erfahrung von Selbstregulation immer wieder ein hervorragendes Erlebnis, eine große Überraschung:

    „Ich kann bestimmte Abläufe in meinem Kopf tatsächlich selbst beeinflussen!“

    Was in der ersten Sitzung noch wie ein Abenteuer wirkt, wird in den darauffolgenden Begegnungen mit Neurofeedback zum Training und dann zur Routine. Ziel des Trainings mit den Gehirnwellen auf dem Monitor ist eine möglichst große Souveränität im Umgang mit sich selbst.

    Dank EEG sehen, was im Kopf passiert

    Dank EEG sehen, was im Kopf passiert

    Ist Neurofeedback wissenschaftlich anerkannt?

    Ja. Das Neurofeedback-Training ist heute ein wissenschaftlich anerkanntes Verfahren. Dieser noch relativ junge Therapieansatz wurde zunächst überwiegend bei Kindern und Jugendlichen mit AD(H)S untersucht und erfolgreich angewandt. Dabei konnte gezeigt werden, dass mit dem Neurofeedback-Training viele Aufmerksamkeitsprobleme und Konzentrationsschwächen gut und nachhaltig behandelt werden können. Die Studien wurden auch bei Erwachsenen erfolgreich evaluiert. Weitere abgeschlossene wissenschaftliche Studien liegen für Epilepsie, Migräne, Schlaf und Tinnitus vor.

    Lesen Sie hier den Artikel zu Neurofeedback bei ADHS in der Ärztezeitung.

    Ärztezeitung Logo

    Typische Anwendungsbereiche für Neurofeedback

    Neurofeedback kann bei vielen Beschwerdebildern und Zielsetzungen hilfreich sein. Die Indikationen sind vielfältig. Neurofeedbacktraining wird sowohl als Alternative zu medikamentösen Behandlungen als auch als Ergänzung dazu eingesetzt. Es sind nicht nur Gesundheitsthemen, bei denen Neurofeedback eine Rolle spielt. Hier eine Auswahl:

    • Interesse an Gehirntraining – auch ohne ein Störungsbild
    • Probleme mit Aufmerksamkeit bzw. Unaufmerksamkeit (Aufmerksamkeitsdefizit / Aufmerksamkeitsstörungen)
    • Besserer Umgang mit der Hyperaktivitätsstörung
    • Optimierung der Konzentrationsleistung
    • Behandlung von Schlafstörungen
    • Änderungen von Verhaltensmustern
    • Erlernen von Selbstregulation
    • Veränderung von Mustern, die zu Depressionen führen
    • Suchterkrankungen
    • Erleichterung des Alltags von Menschen mit der Diagnose Autismus
    • Intensivierung der Wahrnehmung von Selbststeuerung
    • Bessere Erfolge und mehr Ausgleich im Leistungssport
    • Ausgleich von Stimmungsschwankungen
    • Entwicklungs- und Bindungsstörungen
    • Befähigung zu Selbstregulation für Phasen von Übererregung (Reizüberflutung)
    • Ausgleich sowohl von Untererregung als auch Übererregung