Neurofeedback Indikationen


Der Begriff Indikation kommt von lat. indicare zeigen, anzeigen. Eine Indikation ist also ein Umstand, der ein therapeutisches Verfahren als angezeigt, also empfehlenswert erscheinen lässt. Grundsätzlich geht es beim Neurofeedback um die Arbeit mit der Gehirnaktivtät.

Neurofeedback Anwendungen

In meiner Praxis in Schopfheim habe ich mich auf Neurofeedback-Anwendungen zu folgenden Themen spezialisiert:

  • ADHS – Informationen zu Neurofeedback-Anwendungen bei ADHS – wie die Gehirnaktivität positiv beeinflusst werden kann
  • Angststörungen – warum kann Neurofeedback bei Angststörungen helfen?
  • Schlafstörungen – Hilfe mit Neurofeedback bei Schlafstörungen
  • Zwangsstörungen – auch hier geht es um die Gehirnaktivität
  • Autismus – Neurofeedback hilft Anspannung zu reduzieren
  • Borderline – auch hier geht es um An- und Entspannungsregulation
  • Burnout – Neurofeedback hilft, Erschöpfungszuständen entgegen zu wirken
  • Epilepsie – Informationen zu Neurofeedback bei Epilepsie
  • Migräne – So kann Neurofeedback bei Migräne helfen
  • Tinnitus – wie kann sich eine Neurofeedback-Anwendung auf Tinnitus auswirken?

Typische Anlässe (Indikationen) für das Neurofeedback-Training

ADHS-Behandlung

Die ADHS-Behandlung (Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom) mit Neurofeedback ist bekannt geworden, weil es hierzu eine gute Studienlage gibt. Die medizinischen Studienergebnisse zur Therapie des ADHS-Syndroms sind ermutigend. Bei der ersten Neurofeedback-Sitzung kommt es bei den ADHS-Patienten fast immer zu einem Aha-Erlebnis. Viele beschreiben es als große Überraschung, wenn sie zum ersten Mal auf ihre Gedanken und Impulse einwirken. Auf dem Bildschirm sehen sie, wie Sie durch bewusstes  Lenken ihrer Aufmerksamkeit tatsächlich die in einer Weise verändern, die gemessen und auf dem Monitor des Neurofeedback-Trainers dargestellt werden kann.

ADHS Behandlung ohne Medikamente

Ein großer Vorteil der ADHS-Behandlung mit Neurofeedback ist der Umstand, dass auf die Pharmazie verzichtet werden kann. Präparate wie Ritalin werden häufig dann eingesetzt, wenn aus Sicht des Umfeldes keine andere Behandlung möglich oder erfolgreich erscheint. Beim Einsatz von Neurofeedback braucht es keine zusätzliche Gabe von Arzneimitteln gleich welche Art.

ADHS Behandlung ohne unerwünschte Nebenwirkungen

Da bei der ADHS-Behandlung keine pharmakologischen oder anderweitigen Eingriffe stattfinden, gibt es auch keine unerwünschten Nebenwirkungen.

Erkenntnisse zu ADHS / AD(H)S

ADHS bzw. AD(H)S ist die Abkürzung für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Medizinisch wird sie zur Gruppe der Verhaltensstörungen und der emotionalen Störungen gezählt. Zu den Symptomen zählen Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit und Konzentration sowie Probleme mit der Selbstregulation (überbordende Impulsivität bis hin zur Hyperaktivität).
Aufmerksamkeitsprobleme und Konzentrationsschwächen können mit dem Neurofeedback-Training  gut und nachhaltig behandelt werden. Dies haben Neurofeedback-Studien mehrfach unter Beweis gestellt.

Neurobiologischer Hintergrund bei ADHS

Studien zeigen, dass bei einer AD(H)S (ADHS) biologische Besonderheiten im Gehirn – speziell im Gehirnwellenmuster – vorliegen.

  • Die langsamen Theta-Wellen – zu Theta-Wellen gibt es hier auf spektrum.de einen interessanten Beitrag, die normalerweise bei tiefer Entspannung und in einem schläfrigen Wachzustand vorkommen, sind bei ADHS zu stark ausgeprägt.
  • Auf der anderen Seite sind die schnellen Beta-Wellen, die bei konzentrierter geistiger oder körperlicher Aktivität und einem aufmerksamen Wachzustand vorkommen, vermindert.
  • Es wird angenommen, dass diese Veränderungen neuronaler Prozesse (Gehirnaktivitäten) entweder zu dem typischen Symptombild bei AD(H)S beitragen oder dieses sogar verursachen.

Neben den genannten Frequenzbändern (Theta und Beta) werden für Neurofeedback-Anordnungen auch sehr langsame Potentialverschiebungen verwendet, die im Frequenzbereich unter 1-2 Hz angesiedelt sind und einige Sekunden andauern können.

Diese langsamen Potentialverschiebungen werden als langsame kortikale Potentiale (LCP) bezeichnet. Die langsamen kortikalen Potentiale verschieben das EEG in eine elektrisch negative bzw. positive Richtung und spiegeln die Aktivität ausgedehnter Neuronenverbände wieder, die für die Planung und Mobilisierung zielgerichteten Verhaltens notwendig sind.

Studien zu Neurofeedback bei AD(H)S

  • Studien zu den Indikation ADHS für Neurofeedback zeigen, dass bei einer AD(H)S biologische Veränderungen im Gehirn – speziell im Gehirnwellenmuster – vorliegen. Hirnwellen gibt es in unterschiedlichen Intensitäten und Formen. Bei ADHS sind die langsamen Theta-Wellen, die normalerweise bei tiefer Entspannung und einem schläfrigen Wachzustand vorkommen, zu stark ausgeprägt. Gleichzeitig sind die schnellen Beta-Wellen, die bei konzentrierter geistiger oder körperlicher Aktivität und einem aufmerksamen Wachzustand vorkommen, vermindert. Man vermutet, dass diese Veränderungen neuronaler Prozesse entweder zu dem typischen Symptombild der AD(H)S beitragen oder dieses sogar verursachen.
  • Erfahrungen zeigen, dass sich der Notendurchschnitt, das Schriftbild, die Aufmerksamkeit, die Ablenkbarkeit positiv verändern.
    Bei AD(H)S kommt ein SCP-und Frequenzband-Training zum Einsatz.
  • Erfahrungen von ADHS-Betroffenen – dazu zählen auch ADHS-Studien – zeigen, dass sich bei der sachgerechten Anwendung von Neurofeedback im Zusammenhang mit ADHS bei Kindern der Notendurchschnitt, das Schriftbild, die Aufmerksamkeit, die Ablenkbarkeit positiv verändern können. Bei Erwachsenen mit der Diagnose ADHS sind ebenfalls positive Entwicklungen möglich.

Bei der Diagnose ADHS kommen im Neurofeedback ein SCP-und Frequenzband-Training zum Einsatz.

Das liest sich für Sie kompliziert? In der Anwendung sehen und verstehen Sie, wie einfach dies in der Sitzung umsetzbar ist.

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Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS

Zur Neurofeedback-Therapie hat die ÄrzteZeitung am 22.02.2018 eine Meta-Analyse veröffentlicht. Meta-Analysen fassen zusammen, was in unterschiedlichen medizinischen Studien zu einem bestimmten Thema erforscht wurde.

Die Meta-Analyse kommt zu dem Ergebnis, dass eine Neurofeedback-Therapie bei Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten positive Effekte hat. Lesen Sie hier mehr über die Meta-Analyse zu ADHS, die in der ÄrzteZeitung vorgestellt wurde.

Neurofeedback bei Epilepsie

Epilepsie ist eine der häufigsten neurologischen Erkrankungen. Bei der Mehrzahl der Klienten ist eine medikamentöse Behandlung oder ein operativer Eingriff erfolgreich. Für Betroffene, bei denen weder Medikamente noch eine Operation helfen, ist Neurofeedback eine Möglichkeit, doch noch anfallsfrei zu werden oder zumindest die Häufigkeit zu reduzieren.

Hier steht ein Training des sensomotorischen Rhythmus (SMR) mit gleichzeitiger Unterdrückung bzw. ohne Unterdrückung der  langsamen Theta-Wellen zur Verfügung. Alternativ kann ein SCP-Training (langsame kortikale Potentiale, Slow Cortical Potentials) angezeigt sein.

Neurofeedback bei Migräne

Im biologischen Sinne ist Schmerz als einer der größten Stressoren zu bewerten, chronischer Schmerz, dementsprechend als Dauerstressor. Klienten befinden sich oft in einem Teufelskreis von Stress, Muskelanspannung und Schmerz. Etwa 10 % (15 % Frauen und 7 % Männer) der Bevölkerung leiden unter Migräne. Obwohl die Ursachen noch nicht vollständig erforscht sind, gibt es unterschiedliche Behandlungsmethoden. Neben dem Vasokonstriktionstraining und medikamentösen Behandlungsansätzen gewinnt das SCP-Training zunehmend an Bedeutung, da die Selbstregulierung kortikaler Potentiale zu einer Kontrolle über die Reizschwellen führt.

Neurofeedback bei Schlafstörungen

Etwa 15 % der Bevölkerung leiden unter chronischen Schlafstörungen. Sie können schlecht ein-/oder durchschlafen, sind tagsüber müde, unkonzentriert und oft launisch. Wenn andere Ursachen, z.B. eine obstruktive Schlafapnoe, ausgeschlossen werden können, un wenn ärztlich klar diagnostiziert wurde, dass die Schlafstörungen im konkreten Fall mit Stress, außergewöhnlichen Belastungen oder Sorgen zu tun haben könnten, bietet sich Neurofeedback als eine effektive Behandlungsmethode an. Signifikante Verbesserungen können bei günstigen Verläufen bereits nach ca. 10 Sitzungen eintreten. Hierbei kommen zwei Trainingsmethoden zum Einsatz: das SCP-Training, mit dem sich das Gehirn situationsgerecht selbst regulieren kann, wodurch die Besserung des Schlafs eine der ersten Veränderungen ist, die von fast allen Trainierenden berichtet wird. Das anschließende SMR-Training (sensomotorischer Rhythmus) kann nicht nur signifikante Verbesserungen beim Schlafen bewirken, sondern auch beim Lernen und bei der Gedächtnisleistung.
(Quellenangabe zu Teilen der Texte: Praxisbuch Biofeedback und Neurofeedback, 2013, Springer)

Neurofeedback bei Tinnitus

Tinnitus, die Wahrnehmung von Geräuschen ohne Geräuschquellen in der Umgebung, ist häufig. Bis zu 3 Millionen leicht und schwerbetroffene gibt es lt. Angaben der Deutsche Tinnitus Liga.

  • Die Ursachen sind so vielfältig und bei einer großen Anzahl von Betroffenen mit Funktionsstörungen des Hörsystems, aber auch im Bereich der Halswirbelsäule und des Kiefers verbunden.
  • Bei Menschen mit Hörschädigung kommt im Vergleich zu Gesunden viel häufiger vor.

Man kann davon ausgehen, dass die Menschen, die wegen ihres Tinnitus zu einer Neurofeedbackbehandlung kommen, bereits ausgiebig untersucht und behandelt wurden. Trotzdem ist vor der Behandlung sicherzustellen, dass mögliche schwerwiegende Ursachen ausgeschlossen wurden.
Obwohl Neurofeedback mittlerweile häufig zur Therapie von Tinnitus eingesetzt wird, fehlte bisher der Nachweis, dass es das gestörte Erregungsniveau der auditorischen Hirnregionen stabilisieren kann. Eine Studie der Universität Trento (Italien) verglich jetzt den Einfluss der Neurofeedback-Therapie und der transkraniellen Magnetstimulation (TMS) auf die bei Tinnitus typische reduzierte Alpha-Aktivität. Dabei erwies sich Neurofeedback als überlegen: Die Alpha-Aktivität konnte fokal spürbar erhöht werden und die Tinnitus-Symptome verringerten sich signifikant.
Zur Verbesserung bzw. Verminderung der Symptome wird das Alpha-Beta-Training, das Tau-Delta-Training oder das SCP-Training empfohlen.
(Quelle: Praxisbuch Biofeedback und Neurofeedback, 2013, Springer)

Neurofeedback als mentales Leistungs- und Stresstraining

Leistungsoptimierung (Peak Performance)
Wer heute als Leistungssportler oder auch Manager erfolgreich sein will, der muss auch psychisch topfit sein.
Deshalb nutzen immer mehr Menschen das Neurofeedback, als Gehirntraining.
Die Trainingsmethode soll Sie mehr befähigen, sich beim Denken nicht zu verkrampfen, die eigenen Gehirnwellen zu optimieren, das Gehirn flexibler zu machen und eingefahrene Verhaltens- sowie Denkmuster zu verändern. Defizite wie: Unsicherheit, Nervosität oder Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen, können mit Neurofeedback entscheidend verändert werden. Wer die bestmögliche Leistung aus sich herausholen will, kann seine Leistung um bis zu 30 Prozent steigern.

Stresstraining

Was ursprünglich mit starkem Engagement im Beruf begann, kann als Folge eines gestörten Gleichgewichts zwischen persönlichem Ehrgeiz und starken Anforderungen in einer Erschöpfungsdepression enden. Z.B. Burnout kann es nicht nur im Beruf sondern auch in Bezug auf den Lebenssinn oder auf Beziehungen geben. Es beschreibt einen Zustand der totalen Erschöpfung, inneren Leere, Unruhe und Niedergeschlagenheit. Sie ist eine Krankheit unserer Zeit, sozusagen eine Form von Lebenskrise. Menschen die „ausgebrannt“ sind, haben zu nichts mehr Lust, fühlen ausgelaugt, chronisch gereizt, handlungsunfähig, inkompetent und ängstlich.

Werden die ersten Warnzeichen von Betroffenen nicht wahrgenommen und angegangen, kann eine Burnout-Krise zu gesundheitlichen Beschwerden führen, wie z.B. Kopfschmerzen, Herzklopfen, Einschlafstörungen, vermehrtes Schwitzen, Vergesslichkeit, Konzentrationsmangel bis zur eine Abnahme der Leistungsfähigkeit.

  • Hier ist wichtig, dass jeder lernt, gezielt anzuspannen, aber auch gezielt zu entspannen.
  • Mit Neurofeedback lernen Sie in stressigen Situationen gelassener zu bleiben bzw. schneller wieder in den entspannten Zustand zurück zu finden.
  • Sie lernen, sich effektiver zu konzentrieren und Sie erfahren, wie es sich anfühlt an nichts zu denken und einfach „die Seele baumeln zu lassen“.

Weitere Neurofeedback-Anwendungen

Eine Neurofeedback-Anwendung kann auch bei weiteren Auffälligkeiten hilfreich sein. Dazu gehören u.a.:

  • Angststörungen
  • Autismus
  • Borderline
  • Burnout
  • Depression

Zusammenfassung

Neurofeedback kann bei einer Vielzahl von Indikationen, Themen und Symptomen zum Einsatz kommen:

Aufmerksamkeit lernen, Migräne, Schlafstörungen und Tinnitus überwinden oder zumindest besser ins Leben integrieren. Das Wirksamkeit des EEG-Feedback-Trainings (Neurofeedback) auf die Gehirnaktivität ist wissenschaftlich erwiesen. Sobald die Patienten bzw. Klienten erkannt haben, wie sie die Rückmeldungen ihres Gehirns gezielt einsetzen können, kommen dank dieser Methode des Biofeedback viele Themen des Lebens positiv in Bewegung. Nehmen Sie Kontakt auf.

Infografik – so funktioniert Neurofeedback

Prinzip Neurofeedback Infografik

Prinzip Neurofeedback

Neurofeedback Indikationen

Indikationen für Neurofeedback – wann EEG?