Eine Studie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden zu ADHS und Neurofeedback zeigt: Patienten lernen über Neurofeedback, sich selbst besser zu steuern. Erfahren Sie mehr.

Speziell eingesetztes Neurofeedbackverfahren führt zu Veränderungen in bestimmten Hirnarealen

Typische impulsive Verhaltensweisen werden mit Neurofeedback auf Verhaltensebene und neuronaler Ebene deutlich reduziert. Dies zeigt laut der Studie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden, dass Neurofeedback nicht nur oberflächlich wirkt, sondern tatsächlich zu Veränderungen im Gehirn führt. ADHS Patienten lernen so, sich besser zu steuern. Davon profitieren die Betroffenen, ihre Angehörigen, Freunde und Lehrer.

Neurofeedback als Therapieform bei ADHS

Die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie des Universitätsklinikums sowie der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus Dresden erforscht Neurofeedback als Therapieform bei ADHS. Das Team um Veit Rößner, Christian Beste und Annet Bluschke hat nachgewiesen, dass sich impulsives Verhalten der Patienten durch das Theta-Beta Neurofeedback reduzieren lässt. Im Journal Scientific Reports (Nature-Verlag) wurde eine Studie (doi10.1038/srep31178) publiziert. Diese zeigt erstmals, dass Neurofeedback nicht nur Effekte auf der Verhaltensebene, sondern auch auf der neurophysiologischen Ebene zeigt.

Neurofeedback – direkte Rückmeldung der eigenen Gehirnaktivität auf dem Computerbildschirm

Neurofeedback wirkt, weil es die direkte Rückmeldung der eigenen Gehirnaktivität auf dem Computerbildschirm ermöglicht. Kinder bewegen mit ihren Gehirnaktivitäten z.B. ein Auto auf dem Computerbildschirm. Es findet ein Wettbewerb gegen den Computer statt. So kann der Blick auf die eigenen Gedanken geschult werden. Der ADHS-Patient lernt, sich selbst zu kontrollieren. Dr. Annet Bluschke:  „Bei Kindern mit der Diagnose AD(H)S geht es hier vor allem darum, das eigene Verhalten und die Konzentration besser selber steuern zu können.“

Neurofeedback bringt messbare Verbesserung für die Patienten

„Seit zweieinhalb Jahren bieten wir Neurofeedback als Therapieansatz für Patienten mit ADHS an“, so Dr. Annet Bluschke. „Mittlerweile liegen jetzt die ersten Studienergebnisse vor, die belegen, dass diese Form der Therapie eine messbare Verbesserung für die Patienten bringt“, so die Psychologin weiter.

Publikation:
Annet Bluschke, Felicia Broschwitz, Simon Kohl, Veit Roessner & Christian Beste:
The neuronal mechanisms underlying improvement of impulsivity in ADHD by theta/beta neurofeedback; in:
Scientific Reports 6, Article number: 31178 (2016), doi:10.1038/srep31178

Zur Pressemitteilung der Dresdner Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und
–psychotherapie, Dr. Annet Bluschke
Zeitungsartikel Hat mein Sohn ADHS?